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Die Glocken

                                           Geschichte der Kirchenglocken Baruth

Glocken gibt es in Baruth seit mindestens 1683.
Drei Bronzeglocken welche in fis a d gestimmt waren, hingen in einem niedrigen Glockenhaus.
Erst im Jahre 1769 wurde ein massiver Kirchturm gebaut.
Am 21. Mai des Kriegsjahres 1813 wurden die Kirche und der Kirchturm ein Opfer der Flammen.
Im November 1815 hingen an Stelle der beim Brand zerschmolzenen, drei neue Bronzeglocken im Turm, welche vom Meister Friedrich Gruhl aus Kleinwelka in fis a d gegossen wurden.
Die kleine Glocke trägt folgende Inschrift:

So oft du hörest meinen Klang, Bedenke deines Lebens Untergang,
Hin geht die Zeit, her kommt der Tod, Drum tue Buß, kehr dich zu Gott.

Tag der Weihe war der 07.11.1815
Das Dreiergeläut hatte bis 1917 Bestand.
Am 16. Mai 1917 erhielt der Kirchenvorstand ein Schreiben, betr. Eigentumsübertragung auf den Reichsmilitärfiskus, indem mitgeteilt wurde, dass die Bronzeglocken bis zum 30. Juni 1917 in Bautzen an der Sammelstelle abzuliefern seien.
Ausgenommen ist die 217,5 Kg schwere Glocke, die als Läuteglocke von der Enteignung vorläufig zurückgestellt wurde.
Die große und die mittlere Glocke wurden am 28. Juli 1917 abgegeben und kehrten nicht zurück.
Im November 1920 beauftragte man die Firma MUDER & CO. aus Leipzig nach dem Verbleib der Bronzeglocken aus Baruth zu forschen. Leider ohne Erfolg.
Zwischen September und Dezember 1920 erließ der Kirchenvorstand in Baruth Anfragen an folgende Firmen wegen neuer Bronzeglocken:

  • Glockengießerei Gebr. Ulrich in Apolda
  • Glockengießerei Franz Schilling Söhne in Apolda
  • Schlesische Glockengießerei A. Geittner Söhne in Breslau

    Der Kirchenvorstand in Baruth entschied sich für die Firma A. Geittner Söhne in Breslau, mit welcher der Vertrag zustande kam.

Gegossen wurden 3 neue Bronzeglocken mit einem Gewicht von 1200 kg, 610 kg, 360 kg und einem Durchmesser von 128 cm, 103 cm und 86 cm. Die Lieferzeit wurde auf Anfang März 1921 festgelegt. Gekostet haben die 3 Glocken, mit Zubehör, 97.465,00 Mark.
Eine Inschrift der Glocken, welche die Sächsische Landesstelle für Kunstgewerbe erstellte, wurde, da es eilte, direkt an die Glockengießerei gesendet. Am 19. Februar teilte die Gießerei mit, dass die 3 neuen Glocken am 23. des Monats gegossen werden und zu Ostern läuten könnten. Herr Musikdirektor Hörnig aus Dresden prüfte am 11. März, als Sachverständiger, die neuen Glocken.
Die Glockenweihe fand wahrscheinlich am 17. März 1921 statt.
Ein im April 1940 erteilter Runderlass an alle Kirchvorstände ließ nichts Gutes ahnen.
Wieder mussten alle Bronzeglocken, welche in den Gemeinden vorhanden waren, angegeben werden. Vorhanden waren die 3 Bronzeglocken und eine kleine Glocke, die im 1. Weltkrieg der Gemeinde noch als Läuteglocke überlassen wurde.
Diese Glocke wurde im Jahr 1815 von der Firma Friedrich Gruhl in Kleinwelka gegossen. Durchmesser 79 cm und ca. 250 kg schwer.
Am 05.02.1942 wurden in Baruth 3 Glocken abgenommen, wobei an der inneren Seite der Schallöffnung nach Norden Löcher für die grosse Glocke geschlagen wurden.
Laut der Empfangsbescheinigung wurden 3 Bronzeglocken mit einem Gewicht von 1200 kg, 360 kg und 250 kg abgegeben.
Jeweils in Wendisch und Deutsch zierten folgende Inschriften die Glocken.

Große Glocke: Boze slowo wostanje do wecnosce
Übersetzt: Gottes Wort bleibt in Ewigkeit
Deutsch: Ehre sei Gott in der Höhe

Wojna be nas zebrala, cezki cas nas zhotowa, lubosc je nas darila
Übersetzt: Der Krieg hatte uns genommen, eine schwere Zeit bereitet uns, Liebe hat uns geschenkt

Mittlere Glocke: Jesus Khrystus wcera a dzensa a ton samy do wecnosce
Übersetzt: Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit
Deutsch: Friede auf Erden

Kleine Glocke: Dajce so zjednac z Bohon
Übersetzt: Lasset euch versöhnen mit Gott
Deutsch: Ich muss wirken solange es Tag ist bis die Nacht kommt